Das
Kochbuch.

Von einem Institut, das auszog zu kochen und Gemeinschaft fand. Ein kulinarisches Porträt regionaler Resilienz im ländlichen Raum.

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KochWerk Lausitz Kochbuch Cover

Das KochWerk Lausitz brachte Menschen an einen Tisch. Quer durch die Region, vorbei an Industriekultur, Dorfgemeinschaften und neuen Gewässern. Dieses Buch dokumentiert Rezepte, lebendige Begegnungen und den Geist des strukturellen Aufbruchs in einer vom Wandel gezeichneten Kulturlandschaft.

Kulturraum Lausitz

Die Lausitz befindet sich in einer historisch tiefgreifenden Transformation – weg von der fossilen Großindustrie der vergangenen Epochen, hin zu neuen, resilienten Lebens-, Arbeits- und Kulturformen. Das KochWerk Lausitz versteht sich als seismographisches und partizipatives Projekt mitten in diesem Prozess.

Strukturen des ländlichen Raums

Landschaft und Weite

Zwischen Kiefernwäldern und neu entstehenden Seen – die Lausitz ist eine Landschaft im Umbau. Genau darin liegen ihre Stärken: Raum für Experimente, kreative Umnutzungen und neue, solidarische Gemeinschaften.

Braunkohlebergbau in der Lausitz

Erbe der Industrie

Die Spuren des Braunkohlebergbaus prägen Topographie und kollektives Gedächtnis der Region gleichermaßen. Als Zeugen einer anderen Zeit fordern sie die heutige Generation heraus, industrielles Erbe und nachhaltige Zukunft mutig miteinander zu verbinden – das KochWerk Lausitz hat an einigen dieser Orte gekocht.

Dialog am Bergheider See

Identität im Dialog

Dort, wo regionale Esskultur auf aktuelle Fragen von Zusammenhalt und Resilienz trifft, entstehen open Gespräche über die Zukunft des ländlichen Raums. Das mobile KochWerk schafft einen geschützten Raum, in dem Generationen und soziale Milieus durch gemeinsames Kochen zusammenkommen.

Neue Impulse für die Region

Struktureller Aufbruch

Das mobile KochWerk besuchte lokale Akteure, neu gegründete Kulturvereine und engagierte Bürgergemeinschaften in zehn Lausitzer Gemeinden – Orte, an denen Menschen aktiv das Bild einer neuen, selbstbewussten Lausitz von morgen gestalten. Dort, wo bauliche und gesellschaftliche Räume des Übergangs entstehen, schuf das Projekt Momente der Begegnung und Selbstvergewisserung.

KochWerk Lausitz Tourplakat 2025

Chronik eines Sommers

Das Tourplakat dokumentiert die Stationen einer Reise quer durch die Lausitz – von historischen Atelierhöfen und Dorfkernen über postindustrielle Festivalgelände bis zu Kleinstädten im Wandel. Im Spätsommer und Herbst 2025 wurde der Koch-Anhänger zum mobilen Treffpunkt für Dorfgemeinschaften, Vereine und Initiativen.

Zehn Stationen, zehn Essen, viele Gespräche. Das Plakat hält fest, wo gekocht wurde – und wer dabei war.

Die Stationen der Tour

Werenzhain
01 — Spätsommer 2025

Werenzhain

Mit Zutaten vom Biohof nebenan – Lamm von der eigenen Weide, Kartoffeln und Kräuter frisch geerntet – wurde der Auftakt zum Programm: ein Dankesessen für alle Ehrenamtlichen des Dorfes, 50 Menschen auf der Festwiese, und der Beweis, dass es eigentlich gar nicht viel mehr braucht.

Lamm-Bolognese & Malfatti
Dorfplatz Breitenau
02 — Spätsommer 2025

Breitenau

Drei Gründe zum Feiern an einem Tag: Beach-Volleyballplatz, Wandgemälde zur Ortsgeschichte und vietnamesische Sommerrollen. Das KochMobil war der vierte.

Sommerrollen mit Erdnusssauce
F60 Bergheider See
03 — Spätsommer 2025

Bergheider See / Feel Festival

Vor der Kulisse der F60 zeigte das KochWerk, dass es auch im Festival-Trubel funktioniert: aus 20 Kilo Kartoffeln wurden Pommes, die Beats der DJs lieferten den Soundtrack.

Pommes aus frischen Kartoffeln & Currysauce
Museumshof Schlepzig
04 — Spätsommer 2025

Schlepzig

Im sorbischen Spreewalddorf kochten drei Generationen einer Familie gleichzeitig am Schneidebrett – mit Zutaten direkt aus den Vereinsgärten, unter der großen Linde im Museumshof.

Gemüse-Quiche & Obst-Crumble
Textilstadt Forst
05 — Frühherbst 2025

Forst

Mitten in der alten Textilstadt, direkt auf der Straße: Das KochWerk wurde zum Treffpunkt für Zugezogene, Rückkehrer und alle, die noch überlegen – und die Fragen, die beim Gemüseschnippeln entstanden, waren die interessantesten des Abends.

Gemüsemuffins & Chili sin Carne
Marktplatz Lieberose
06 — Frühherbst 2025

Lieberose

Frische Saiblinge vom Teichwirt, Tomaten in allen Farben aus der Schlossgärtnerei, 80 Menschen auf dem historischen Marktplatz – eine ganze Stadt hatte die Einladung angenommen.

Jamlitzer Bachsaibling & Bunte Salate
Gutshaus Hornow
07 — Frühherbst 2025

Hornow

Im Schlossgarten des wiedererweckten Gutshauses verwandelte Konditormeisterin Jillian Walburg den Abend in eine Open-Air-Patisserie, mit Birnen direkt aus den Dorfgärten.

Birnen-Tarte & Tonka-Bohnen-Eis
Trialhalle Doberlug-Kirchhain
08 — Herbst 2025

Doberlug-Kirchhain

Auf dem ehemaligen Militärgelände der Trialhalle wurde pragmatisch und punktgenau gekocht: Sloppy Joe Burger für hungrige Jugendliche, die kurz zuvor noch auf Fahrrädern über Hindernisse balancierten.

Sloppy Joe Burger & Cole Slaw
Rundlingsdorf Ossak
09 — Herbst 2025

Ossak

Im Rundlingsdorf, wo der Teich das Herz des Ortes ist, kam das KochWerk zum Dorffest des Abfischens – frische Hechte landeten direkt im Anhänger und wurden zur Fischsuppe für die ganze Gemeinschaft.

Lausitzer Fischsuppe vom Hecht
Dorfkern Wormlage
10 — Spätherbst 2025

Wormlage

Das Finale in Rot-Weiß: Damwild aus dem Dorfgehege, Tomatensuppe in den Vereinsfarben und selbst gedrehte Pasta – ein Abschluss, der alles zusammenbrachte, worum es auf der ganzen Tour gegangen war.

Damwild-Gulasch mit Handgedrehter Pasta

Vom Übergang zur Automation:
Thesen zur ländlichen Struktur

Hinter den geografischen Stationen der Tour verbirgt sich das theoretische Fundament des abschließenden Buch-Essays: eine Reflexion über den ökonomischen und soziokulturellen Charakter der laufenden regionalen Transformation.

Der aktuelle Wandel im ländlichen Raum wird fälschlicherweise oft als bloßer Rückbau interpretierte. Das Essay bricht mit dieser These. Die Lausitz ist keine Region, die zurückgeblieben ist – sie ist eine Region, die voraus ist. Was hier bereits Realität ist, wird anderswo erst noch Realität werden: der Umgang mit demografischem Wandel, Fachkräftemangel und dem Verlust von Spezialisierung als Garant für Identität und ökonomische Sicherheit.

„Das Essay argumentiert für den neuen Generalisten: Menschen, die nicht auf eine Rolle fixiert sind, die improvisieren, selbst anpacken und mit wenig Unterstützung auskommen – nicht aus Not, sondern als bewusste Strategie. Im ländlichen Raum der Lausitz werden diese Lebensmodelle bereits vielfach gelebt.“

Das KochWerk agierte auf seiner Reise als Gegenpol und Katalysator zugleich. Je digitaler und automatisierter die materiellen Produktion vonstattengeht, desto wertvoller werden die analogen, unersetzbaren Orte realer menschlicher Begegnung. Kochen ist dabei mehr als eine zufällig gewählte Aktivität – es ist eine Demokratieschule im Kleinen, die Aushandlung, Improvisation und Ko-Produktion verlangt, und es stärkt lokale Wertschöpfungsketten durch den Fokus auf regionale Produkte.

Das vorliegende Buch ist kein nostalgischer Rückblick, sondern ein praktisches Manifest für ländliche Resilienz – und für eine Kultur der Unvollkommenheit, die nicht durch Planung entsteht, sondern durch den gemeinsamen Mut, etwas zu wagen.

Das kulinarische Team des KochWerks Lausitz

Das kulinarische Team

Das Buch ist jetzt da – und mit ihm die Rezepte der drei Köche, die die Tour erst möglich gemacht haben. Raimund Stuckatz vom Gasthaus Stuckatz in Dollenchen, Jillian Walburg von Beans & Cakes in Finsterwalde und Jens Irrgang aus Senftenberg haben an allen zehn Stationen gekocht, improvisiert und ihre ganz eigene Handschrift in die Lausitzer Küche eingebracht.

Ihre Rezepte – von der Lamm-Bolognese über den Jamlitzer Bachsaibling bis zum Tonka-Bohnen-Eis – sind alle für 50 Personen kalkuliert: genau das richtige Format für ein Dorffest, ein Vereinsfest oder ein gemeinsames Abendessen im großen Kreis.

Die Tiny GenussWerkstatt

Ein mobiles Begegnungszentrum von dieser Qualität entsteht nicht auf industriellen Fließbändern. Der maßgeschneiderte Küchenanhänger wurde in monatelanger, enger Zusammenarbeit mit dem Planungskollektiv UM:BAU Luckenwalde (Jan Dubský und Jann Spille) im Musikbahnhof Annahütte entworfen, konstruiert und handwerklich realisiert. Das Fahrzeug verbindet raue, authentische und langlebige Materialien mit einer ausgeklügelten, minimalistischen Raumökonomie.

Konstruktion des KochWerk-Anhängers

01 / Das Skelett

Präzise und stabile Holzrahmenbauweise, direkt auf ein robustes Fahrgestell aufgesetzt. Jedes konstruktive Detail ist exakt auf Leichtigkeit und die rauen Bedingungen ländlicher Transportwege optimiert.

Innenausbau der mobilen Küche

02 / Funktion & Raum

Der Innenausbau nimmt funktionale Formen an. Großzügige Klappenmechanismen öffnen den kompakten Innenraum weit nach außen und verwandeln die Tiny Küche im Handumdrehen in eine einladende kulinarische Bühne.

Fertigstellung im Musikbahnhof

03 / Die Werkstatt steht

Die finalen Handgriffe am natürlichen Holzfinish sind getan. Die autarke GenussWerkstatt ist bereit für den harten, gemeinschaftlichen Dauereinsatz bei Wind und Wetter quer durch die Dörfer und Städte der Lausitz.

Verkaufsstellen

Das Kochbuch ist auch direkt vor Ort sowie über ausgewählte Partner im Buchhandel erhältlich.

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Spezifikationen

  • Herausgeber Institut für Resilienz im ländlichen Raum
  • Konzept & Idee Simon Breth & Cordelia Polinna
  • Gestaltung & Bau des Anhängers Jan Dubský & Jann Spille (UM:BAU Luckenwalde)
  • Gestaltung & Layout Buch Lisa Schweizer
  • Verlag Verlag für Resilienz im ländlichen Raum, Annahütte
  • ISBN 978-3-00-084801-8